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Stellungnahme zur Teilnahme der Stadt Mönchengladbach im Riga-Komitee

  • Veröffentlicht: Donnerstag, 18. Mai 2017 12:53
  • Geschrieben von Vorstand
  • Zugriffe: 469

Stellungnahme GHE Riga Komitee 180517An alle Ratsmitglieder der Stadt Mönchengladbach

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Vorstand des GHE begrüßt es, dass der Rat beschließen will, dem „Riga-Komitee“ beizutreten, und die Stadt Mönchengladbach sich verpflichtet, für Erhalt und Pflege der Gedenkstätte in Riga mindestens 2000 € zu leisten.
Uns ist bekannt, dass rund 210 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus unserer Stadt in das Ghetto von Riga transportiert worden sind.
Wir wollen Sie in diesem Zusammenhang jedoch daran erinnern, dass es diesbezüglich in unserer Stadt noch Einiges zu erledigen gibt.
An die aus unserer Stadt über 600 jüdischen Menschen, die in Konzentrationslager geschickt worden sind, erinnern bis jetzt erst 255 Stolpersteine.
Am Hauptbahnhof fehlt eine Hinweistafel für alle, die von der Reichsbahn aus Mönchengladbach in Vernichtungslager transportiert worden sind.
Für andere unschuldige Opfer der Nationalsozialisten, die Opfer von Euthanasie und Sterilisation, fehlt eine Hinweistafel am ehemaligen Gesundheitsamt (Ecke Albertus- und Steinmetzstraße).
Für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wird jetzt endlich auf dem städt. Friedhof an der Viersener Straße ein Hinweisschild zu deren Gräberfeld aufgestellt. Das Gleiche müsste auch in Rheydt und Hardt folgen.
Das Hochkreuz auf dem städt. Friedhof an der Viersener Straße ist von den Nationalsozialisten gestaltet und aufgestellt worden. Der Text „FÜR ALLE“ schließt auch die Nationalsozialisten mit ein, die beim Marsch auf die Feldherrenhalle getötet worden sind. Die Theo-Hespers-Stiftung hat schon 2012 darauf hingewiesen, dass hier durch eine Texterweiterung und zwar
 

„FÜR ALLE DIE ALS OPFER VON KRIEG ODER NATIONALSOZIALISTEN IHR LEBEN LASSEN MUSSTEN“

zwischen Opfer und Täter unterschieden werden sollte.
Denn dies sind wir im Sinne einer korrekten Geschichtsdarstellung unseren jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und deren Nachkommen schuldig.
Aber dies gilt dann auch für Straßennamen wie: „Lettow-Vorbeck-Str., Carl-Diem-Str., Clara-Grunwald-Weg, Gottfried-Kapp-Str., Hespersstr., Hindenburgstr. usw. Wir wissen, wie schwierig es ist, Straßennamen zu ändern. Aber ein kurzes Hinweisschild, könnte zwischen Opfer und Täter unterscheiden.
Wir halten es für angebracht, wenn der Stadtrat am 25.05.2017 als arme Stadt 2000 € für Riga hat, gleichzeitig eine neue Haushaltsstelle schafft und ebenfalls mit 2000 € einrichtet, um endlich die oben genannten Notwendigkeiten in unserer Heimatstadt in Angriff zu nehmen.
 
Mit freundlichem Grüßen
Ferdinand Hoeren
(Vorsitzender)

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