Geschichtswerkstatt zur Eröffnungsfeier am 18. Juni 2016

Mönchengladbacher Lokalhistorie

1000x400 Header Image gwDie „Geschichtswerkstatt“ hat jetzt in den Räumen des „Gladbacher Hauses der Erinnerung“ einen Raum gefunden, im dem lokalhistorische Projekte erarbeitet und einem interessierten Publikum vorgestellt werden können. Die Arbeit der „Gesichtswerkstatt“ setzt bei der Vermittlung von heimatbezogenem Geschichtswissen an der Alltagsbezogenheit der behandelten Themen bzw. der in den Blick genommenen Fragestellungen an.

 

Das heißt: über Geschichte sprechen bedeutet, auch über Erfahrungen und Probleme zu sprechen, die die Menschen heute grundsätzlich ebenso berühren, wie es damals bei den Zeitgenossen war – natürlich in einer anderen Intensität. Wir reden also nicht über „Gespenstergeschichte“, sondern über Menschen aus Fleisch und Blut und ihre alltäglichen Probleme unter historisch ganz unterschiedlichen Bedingungen. So kann Geschichte lebendig werden und „hängt nicht in der Luft“ zumal sie sich auf heimatlichem Boden abgespielt hat.

Am Beispiel „Mönchengladbach und Rheydt und der Erste Weltkrieg“ zeigte Karl Boland anhand einer Beamer-Präsentation mit zahlreichen zeitgenössischen Fotos den Gästen im vollbesetzten Vortragsraum am 18. Juni, was man sich unter einer solchen Arbeits- und Darstellungsweise vorzustellen hat. Der Beginn des Ersten Weltkrieges jährte sich im August 2014 zum hundertsten Mal und auch in Mönchengladbach und Rheydt waren die Menschen von den Folgen dieses ersten „totalen Krieges“ direkt betroffen. Nicht nur dass die Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden und in ganz großer Zahl dort zu Tode kamen, sondern auch die sog. „Heimatfront“ litt unter einer Unterversorgung mit Heizmaterial, Gebrauchsgegenständen, Kleidung und immer mehr auch Lebensmitteln. Der Hunger war in der zweiten Kriegshälfte ein alltäglicher Begleiter der meisten Menschen. Gleichzeitig machten die Menschen die vollkommen neue Erfahrung, dass sich der Staat bzw. die öffentliche Verwaltung im Rahmen eines allgemeinen Krisenmanagements um Angelegenheiten kümmerte, die bislang Sache der Kirchen, der Vereine oder er einzelnen Menschen selbst waren. Dazu kam eine überall dröhnende vaterländische Kriegspropaganda, die den öffentlichen Raum beherrschte und die Menschen über den tatsächlichen Verlauf des Kriegsgeschehens völlig im Unklaren ließ. Das Ende ist bekannt und auch in Mönchengladbach und Rheydt kam es Ende 1918 zur November-Revolution und den Untergang des alten Kaiserreichs.

Wer mehr erfahren möchte, kann das nachlesen in dem Buch: Karl Boland, Hans Schürings (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg und Mönchengladbach, Klartext-Verlag Essen. 

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