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Mittwoch, 18 September 2019

Geschichtswerkstatt

Mönchengladbach

FrauenVita | Frauen- geschichtsverein e.V.
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Geschichtswerkstatt Mönchengladbach
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Ges. f. Christl.- Jüd. Zusammenarbeit e.V.
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Theo-Hespers-Stiftung e.V.
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Die Erneuerung der Lebensverhältnisse ist aber nur dann praktisch durchführbar, wenn ihr eine neue Gesinnung zu Grunde liegt" | Theo Hespers 1938

Aktivitäten der Vereine


FrauenVita/Frauengeschichtsverein
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Geschichtswerkstatt
Mönchengladbach und seine Richtlinien für Straßenbenennungen (LagebezRL MG) „Ich rede von der Demokratie als etwas Kommendem. Das, was schon jetzt so heißt, unterscheidet sich von den älteren Regierungsformen allein dadurch, daß es mit neuen Pferden fährt: Die Straßen sind noch die ...
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Gladbacher Haus der Erinnerung
Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (Internationalen Holocaust-Gedenktag) Auch dieses Jahr hatten die beiden Mitgliedsvereine des "Gladbacher Haus der Erinnerung e.V.", die Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit MG e.V. und die Theo-Hespers-Stiftung e.V. zu einer ...
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Geschichtswerkstatt
Ein Diskussionspapier „Die gestaltete Stadt kann ‚Heimat‘ werden, die bloß agglomerierte nicht, denn Heimat verlangt Markierungen der Identität eines Ortes.“ (Alexander Mitscherlich) [2]     Schon lange machen sich mehr oder weniger kluge Köpfe in und ...
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Geschichtswerkstatt
MENSCHEN KOMMEN,GEHEN UND VERÄNDERN DIE STADT von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings (Hrsg.) Das Anliegen des Buch es ist es, am Beispiel der Stadt Mönchengladbachzu zeigen, dass Zu- und Abwanderungen von Menschen bzw. Menschengruppenin ihren vielfältigenFormen und Erscheinungen im ...
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Gladbacher Haus der Erinnerung
Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (Internationalen Holocaust-Gedenktag) Im neuen Ernst-Christoffel-Haus, dem evangelischen Gemeindehaus an der Wilhelm-Strauß-Straße in Mönchengladbach-Rheydt, fand die diesjährige Gedenkstunde für alle Opfer des Nationalsozialismus ...
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Geschichtswerkstatt
Nicht nur in Krefeld, auch in der Vitusstadt gab es einst eine florierende Seidenindustrie. Hans Schürings von der Geschichtswerkstatt erläutert am Beispiel des ehemaligen Unternehmens Max Arnz, welche Bedeutung diese zeitweise hatte. Das ursprüngliche Werk um das Jahr 1950 herum. 1929 war ...
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Theo-Hespers-Stiftung
Rückblick auf den Festakt vor der zukünftigen Theo-Hespers-Gesamtschule vom Samstag, 9. September 2017 Ansprachen Ferdinand Hoeren, Theo-Hespers-Stiftung e.V. Hans Wilhelm Reiners, Oberbürgermeister Susanne Titz, Museumsdirektorin Abteiberg (Raphaela Hahn, Schulleiterin der ...
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Geschichtswerkstatt
Die Gladbacher Spinnerei und Weberei AG – heute Berufskolleg „Die Gebäude der Gladbacher Aktienspinnerei und Weberei kennzeichnen beispielhaft die Entwicklung der Fabrikarchitektur im Rheinland um 1850. Diese stellt sich durch eine bewußte Inszenierung mit Bedeutungsformen aus der ...
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Gladbacher Haus der Erinnerung
An alle Ratsmitglieder der Stadt Mönchengladbach Sehr geehrte Damen und Herren, der Vorstand des GHE begrüßt es, dass der Rat beschließen will, dem „Riga-Komitee“ beizutreten, und die Stadt Mönchengladbach sich verpflichtet, für Erhalt und Pflege der Gedenkstätte in Riga mindestens ...
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Geschichtswerkstatt
„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ Herbert Grönemeyer   Wenn von Heimat gesprochen wird hat dies sehr viel mit Tradition vor Ort bzw. dem näheren individuellen Umfeld zu tun. Dazu gehören vor allem Gefühle, Erinnerungen und soziale Anbindungen und Zugehörigkeiten, ...
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Geschichtswerkstatt
Kriegserfahrungen und Alltagsbewältigung von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings (Hrsg.) Wie hat der Erste Weltkrieg das Leben in Mönchengladbach geprägt? Die Beiträge des Bandes beschäftigen sich mit den Geschehnissen in den Städten und Gemeinden in der Region, die heute die Stadt ...
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FrauenVita/Frauengeschichtsverein
Der Frauengeschichtsverein FrauenVita stellte sich der Öffentlichkeit zu Eröffnung des Gladbacher Hauses der Erinnerung (GHE) unter dem Thema „Frauenbilder - Frauengeschichten“ vor – gleichlautend zum Titel der Ausstellung, die an diesem Tag in den neuen ...
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Geschichtswerkstatt
Mönchengladbacher Lokalhistorie Die „Geschichtswerkstatt“ hat jetzt in den Räumen des „Gladbacher Hauses der Erinnerung“ einen Raum gefunden, im dem lokalhistorische Projekte erarbeitet und einem interessierten Publikum vorgestellt werden können. Die Arbeit ...
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Geschichtswerkstatt
Dr. phil Doris Sessinghaus-Reisch vom Mittwoch, 7. Dezember 2016 im Gladbacher Haus der Erinnerung     Geschichtswerkstatt Mönchengladbach
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Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
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Gladbach war mal eine Seidenstadt

Nicht nur in Krefeld, auch in der Vitusstadt gab es einst eine florierende Seidenindustrie. Hans Schürings von der Geschichtswerkstatt erläutert am Beispiel des ehemaligen Unternehmens Max Arnz, welche Bedeutung diese zeitweise hatte.

Foto: Das ursprüngliche Werk um das Jahr 1950 herum. 1929 war zudem das benachbarte Gelände von Sieper & Meuwsen integriert worden. FOTO: Privatbesitz
Das ursprüngliche Werk um das Jahr 1950 herum. 1929 war zudem das benachbarte Gelände von Sieper & Meuwsen integriert worden. FOTO: Privatbesitz

Die Nachbarstadt Krefeld schmückt sich auch heute noch mit dem Spruch "Eine Stadt wie Samt und Seide" und tradiert damit mit Stolz und Respekt die textilindustrielle Vergangenheit. Aber auch in Mönchengladbach gab es einst durchaus respektable Seidenwebereien. Etwa die Fabrik Max Arnz in Schrievers. In der ehemaligen selbstständigen Stadt Rheydt übertraf im Jahr 1871 insgesamt die Zahl der Erwerbstätigen bei Samt und Seide zum einzigen Mal die der Arbeiterschaft in der Baumwollweberei.

Die Gründung der Seidenfabrik Max Arnz geht zurück auf den Kaufmann Friedrich Arnz (1826-1883), der in Gladbach eine Manufaktur besaß. Nachweislich ab 1862 handelte es sich dabei um eine Manufaktur, in der Seide gewebt wurde. Schon 1875 zog die Firma, nunmehr Arnz & Lemmens, an die Trierer Straße in Rheydt. Damit wurde die Umwandlung der handwerklichen Produktion (Manufaktur) zur industriell-mechanischen (Fabrik) vollzogen. 1892 übernahm die Firma Max Arnz (1860-1917), Friedrich Arnz' Sohn. Diese Seidenfabrik firmierte zunächst unter dem Namen Arnz & Schmachtenberg, ab 1902 ausschließlich unter Max Arnz. Unter diesem Namen firmierte die textile Produktionsstätte bis zur Liquidierung über mehrere Generationen. Das ursprüngliche Produktionsprogramm umfasste Schirmstoffe sowie Damen-Ober- und Unterkleiderstoffe. Diese wurden aus reinseidenen Garnen hergestellt.

Ab 1900 wurde damit begonnen, an der Watelerstraße neue Fabrikgebäude zu errichten, die nach dreijähriger Bauzeit einen Abschluss fanden. Nach dem Tod von Max Arnz 1917 übernahmen die Söhne Karl und Ernst Arnz die Geschäfte. 1929 erfolgte die Übernahme der unmittelbar nebenan liegenden Weberei der Firma Sieper & Meuwsen statt, die westlich der Seidenweberei ebenfalls ab 1900 entstanden war. Um 1929 soll auch die noch heute eindrucksvolle Fabrikantenvilla inmitten der Betriebsanlage mit großzügiger Vorfahrt und weitläufigem Park entstanden sein. Wie ehedem üblich, wohnte der Fabrikherr, Karl Arnz, in unmittelbarer Nähe seiner Fabrikanlage.

Nach dem Krieg, in dem die Anlagen erheblich beschädigt wurden, wurden in den Fabriken Futter- und Schirmstoffe produziert. Ab den 50ern umfasste der Betrieb nahezu alle Produktionsphasen von der Schärerei über die Weberei bis zur Appretur. In der Automaten-Weberei wurden durchschnittlich 20 vollautomatische Webstühle von einem Arbeiter bedient. Wann genau die Produktion eingestellt und die über 100 Mitarbeiter entlassen wurden, ist nicht bekannt - vermutlich nach 1969, als auch in Mönchengladbach sich die Textilkrise ausbreitete.

Nach einer Zwischennutzung bis 1985 wurde das Gelände von den Arnz-Erben in vierter Generation verkauft. Ab 18. April 1989 begann der Abriss aller Produktionsanlagen samt Schornsteinen - das Ende eines Stücks Textilgeschichte und ruhmreicher Seidenindustrie. Es entstanden auf den rund 9000 Quadratmetern zahlreiche neue Wohnbauten in offener Bauweise. Von dem ehedem stattlichen Fabrikensemble blieben die Schlosserei, das Verwaltungsgebäude, zwei Pförtnerhäuser und die ehemalige Fabrikantenvilla, die alle seit 1984 denkmalrechtlich geschützt sind. Der hintere Teil der ehemaligen Parkanlage des Herrenhauses ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Text ist Teil des Aufsatzes "Textilindustriekultur in Mönchengladbach", aus: Buschmann, Walter (Hg.): Industriekultur, Klartext-Verlag, ISBN: 978-3-8375-1806-1, das gerade erschienen ist.

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Vereinsvorstellung Geschichtswerkstatt Mönchengladbach

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Die „Geschichtswerkstatt“ ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich bereits seit über 25 Jahren mit der Lokalgeschichte Mönchengladbachs beschäftigen. Hier sind im Laufe der Jahre Ausstellungen, Bücher und Aufsätze entstanden, die sehr unterschiedliche Themen der Stadtgeschichte aufgreifen. So z.B. zuletzt ein Buch über Mönchengladbach und der Erste Weltkrieg, ein Aufsatz über Joseph Beuys und Mönchengladbach, das Problem der Säuglingssterblichkeit bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Geschichte des Karnevals in Rheydt, die Zwangsarbeit von Ausländern während der Zeit des II. Weltkrieges, ein Aufsatz über das „Gladbacher Haus“ und vieles andere.

Die „Geschichtswerkstatt“ fühlt sich einem sozialhistorischen Ansatz unter alltagshistorischer Perspektive verpflichtet. Die Bemühungen gehen dahin, die Wirkung historischer Prozesse auf das Alltagsleben der Menschen zu untersuchen und dies unter Berücksichtigung der Besonderheiten des regionalen Umfeldes.

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