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Dienstag, 18 Dezember 2018

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Die Erneuerung der Lebensverhältnisse ist aber nur dann praktisch durchführbar, wenn ihr eine neue Gesinnung zu Grunde liegt" | Theo Hespers 1938

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Ein Diskussionspapier „Die gestaltete Stadt kann ‚Heimat‘ werden, die ...
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MENSCHEN KOMMEN,GEHEN UND VERÄNDERN DIE STADT von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings ...
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„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ Herbert Grönemeyer   Wenn von Heimat ...
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Kriegserfahrungen und Alltagsbewältigung von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings (Hrsg.) Wie ...
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Der Frauengeschichtsverein FrauenVita stellte sich der Öffentlichkeit zu Eröffnung des ...
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Mönchengladbacher Lokalhistorie Die „Geschichtswerkstatt“ hat jetzt in den ...
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Dr. phil Doris Sessinghaus-Reisch vom Mittwoch, 7. Dezember 2016 im Gladbacher Haus der ...
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Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
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Soziales Mönchengladbach – Die Stadt für alle [1]

Beitragsseiten

Ein Diskussionspapier

„Die gestaltete Stadt kann ‚Heimat‘ werden, die bloß agglomerierte nicht, denn Heimat verlangt Markierungen der Identität eines Ortes.“ (Alexander Mitscherlich) [2]

Foto: Blick Aus dem Wasserturm über Mönchengladbach

 

 

Schon lange machen sich mehr oder weniger kluge Köpfe in und außerhalb der Stadt Mönchengladbach darüber Gedanken, was denn das kulturell Besondere, Originäre, Einzigartige, Charakteristische und vor allem aber auch sozial Verbindende an Mönchengladbach sein könnte. Einen zentralen, die heutige Stadt umfassenden, Ursprungsmythos, wie in manchen anderen Städten, gibt es hier nicht. Können Niers, Textilindustriekultur, rheinischer Kapitalismus und Sozialkatholizismus, die Vielfalt der Honschaften oder gar die vielen Grünflächen (einst: „Grüner Bogen“) eine Identität stiften, oder wie es Prof. Jung jüngst in einem Vortrag formulierte, Mönchengladbach zu einer Marke machen, vergleichbar mit bekannten Markenprodukten, oder auch Städten wie Paris (Die Stadt der Liebe) oder Rom (Die ewige Stadt)? Wozu ist dies überhaupt notwendig oder für wen relevant?

Mönchengladbach ist nicht erst seit der einschneidenden Deindustrialisierung der Textil- und Bekleidungsindustrie ab Ende der 1960er Jahre eine „arme“ Stadt. Damit ist zunächst nicht der städtische Haushalt gemeint (Schuldenstand heute ca. 1,1 Mrd. Euro). „In Mönchengladbach ist fast jeder Fünfte arm.“[3] Dieser Zustand ist in Deutschland seit Jahren in einigen Regionen in stark verfestigter Form vorzufinden, wozu u.a. das Ruhrgebiet gehört und eben auch einige Städte am Niederrhein. „Armut“ muss an erster Stelle als eine Relation zu einem sozialen „Normalzustand“ betrachtet werden und ist keinesfalls ein qualitatives Merkmal für die davon betroffenen Menschen zu werten. Leben in Armut ist eben ein Leben unter anderen Umständen (Einkommen, Bildung, Wohnen, Gesundheit etc.) als unter Wohlstands- Verhältnissen. Deswegen sprechen wir auch von einer „Kultur der Armut“, wenn sich ein Gemeinwesen darin eingerichtet hat bzw. einrichten musste.

Die Stadt Berlin hatte versucht, mit dem Slogan „Arm, aber sexy“ (Klaus Wowereit, 2003) die mit hoher Arbeitslosenzahl und hoher Hartz IV-Quote gekennzeichnete soziale Situation in der Stadt mit einem Werbegag aufzuwerten.
Warum muss man immer drum herum reden, dass in Mönchengladbach die Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit recht hoch ist, ebenso die Anzahl der Hartz-IV-Empfänger (18,6%) und auch – sehr bedauernswert - die Kinderarmut? Aber auch die Schulabbrecher-Quote, die vielen äußerst geringen Renten und die hohen Zahlen der sogenannten „Aufstocker“, die von ihrem Arbeitsentgelt allein nicht existieren können, gehören dazu. Die Auswirkungen der Deindustrialisierung sind immer noch allgegenwärtig und produzieren im Laufe der Zeit eben eine Kultur der Armut. Ein soziales Konzept, wie dieser nunmehr fast 50 Jahre dauernden Entwicklung wirksam entgegengetreten werden kann, gibt es schlichtweg nicht.

Demgegenüber wurden verschiedene Ideen und Visionen entwickelt, die insbesondere primär mit baulichen bzw. städteplanerischen Mitteln Mönchengladbach voranbringen sollen. Allen voran der „Masterplan 3.0“ und „MG+ - Wachsende Stadt“. Doch berechtigterweise muss die Frage gestellt werden, so überzeugend die Ideen auch sein mögen, welche sozialen Gruppen aus der Stadtbevölkerung denn von diesen Maßnahmen profitieren werden und wer eher ein höheres Risiko erleiden wird, zukünftig als Betroffener von „Gentrifizierungsprozessen“ aus seiner preisgünstigen Wohnung verdrängt zu werden? Steine und Beton sind nicht unbedingt Mittel mit denen man Menschen emotional erreichen, geschweige denn begeistern kann, warum ist klar. Schafft dies Orientierung, Identifikation, Zufriedenheit und inneren Zusammenhalt in der Mehrheit der Mönchengladbacher, wie es Prof. Jung nennt? Werte und Emotionen werden durch Bauprogramme bzw. stadtentwicklerische Aktivitäten nicht stadtumfassend aktiviert.

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Vereinsvorstellung Geschichtswerkstatt Mönchengladbach

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Die „Geschichtswerkstatt“ ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich bereits seit über 25 Jahren mit der Lokalgeschichte Mönchengladbachs beschäftigen. Hier sind im Laufe der Jahre Ausstellungen, Bücher und Aufsätze entstanden, die sehr unterschiedliche Themen der Stadtgeschichte aufgreifen. So z.B. zuletzt ein Buch über Mönchengladbach und der Erste Weltkrieg, ein Aufsatz über Joseph Beuys und Mönchengladbach, das Problem der Säuglingssterblichkeit bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Geschichte des Karnevals in Rheydt, die Zwangsarbeit von Ausländern während der Zeit des II. Weltkrieges, ein Aufsatz über das „Gladbacher Haus“ und vieles andere.

Die „Geschichtswerkstatt“ fühlt sich einem sozialhistorischen Ansatz unter alltagshistorischer Perspektive verpflichtet. Die Bemühungen gehen dahin, die Wirkung historischer Prozesse auf das Alltagsleben der Menschen zu untersuchen und dies unter Berücksichtigung der Besonderheiten des regionalen Umfeldes.

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