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Dienstag, 18 Dezember 2018

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Die Erneuerung der Lebensverhältnisse ist aber nur dann praktisch durchführbar, wenn ihr eine neue Gesinnung zu Grunde liegt" | Theo Hespers 1938

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Ein Diskussionspapier „Die gestaltete Stadt kann ‚Heimat‘ werden, die ...
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MENSCHEN KOMMEN,GEHEN UND VERÄNDERN DIE STADT von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings ...
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Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (Internationalen Holocaust-Gedenktag) Im ...
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An alle Ratsmitglieder der Stadt Mönchengladbach Sehr geehrte Damen und Herren, der Vorstand des ...
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„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ Herbert Grönemeyer   Wenn von Heimat ...
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Kriegserfahrungen und Alltagsbewältigung von Karl Boland (Hrsg.), Hans Schürings (Hrsg.) Wie ...
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Mönchengladbacher Lokalhistorie Die „Geschichtswerkstatt“ hat jetzt in den ...
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Dr. phil Doris Sessinghaus-Reisch vom Mittwoch, 7. Dezember 2016 im Gladbacher Haus der ...
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Soziales Mönchengladbach – Die Stadt für alle [1]

Beitragsseiten

Kann die Kreierung einer „Marke Mönchengladbach“, wie immer diese aussehen mag, eine Lösung sein? Was kann Hoffnung geben auf Integration, Inklusion, Teilhabe und mehr sozialer Gerechtigkeit in einer Stadtgesellschaft wie Mönchengladbach? Wenn es der Masterplan 3.0 und MG+ - Wachsende Stadt nicht können, was dann? Nach Prof. Jung muss etwas „gefunden“ und nicht „erfunden“, also die Besinnung auf einen Mythos oder aber reale historische Fakten, die ehedem für bzw. in der Stadt Mönchengladbach von Bedeutung waren und auch noch sind. Fündig wurde er dabei nicht nur beim Volksverein für das katholische Deutschland (1890-1933), sondern auch beim rheinischen Kapitalismus und dem Sozialkatholizismus von Franz Brandts und Franz Hitze. In Mönchengladbach wurde nicht nur die moderne katholische Soziallehre erfunden, vielleicht auch der soziale Wohnungsbau („Gladbacher Haus“), sondern auch vielfältige soziale und caritative Projekte praktiziert, übrigens bis heute.

Diese soziale Vergangenheit bzw. sozialen Geschichten der gesamten Stadt Mönchengladbach, die natürlich aufs Engste mit der Textindustriekultur verbunden ist, könnte, so Prof. Jung für ein allgemein akzeptables und überzeugendes „Narrativ“ (Erzählung, Geschichte) heute genutzt werden, dass alle Stadtbewohner einbezieht und Ihnen Zugehörigkeit zu einem Gemeinwesen verschafft. Schließlich haben die einst ca. 1.143 Textilbetriebe im Mönchengladbacher Raum nachhaltige Spuren in den emotionalen Einstellungen und sozialen Befindlichkeiten der Gladbacher Bevölkerung hinterlassen, die im kulturellen Gedächtnis durchaus noch vorhanden sind. Viele identitätsstiftende Erzählungen der textilindustriellen Vergangenheit sind immer noch virulent, wenn sie auch meist nicht beachtet werden und im politischen Alltagsgeschäft keine Rolle spielen.

Angesichts dessen kann es nicht verwundern, dass die sozial bedeutsame Geschichte Mönchengladbachs (das Narrativ), um nicht zu sagen das kollektive Gedächtnis Mönchengladbachs, in den vielen im Kontext mit der Textilindustriekultur entstandenen sozialen Bewegungen (z.B. Verein „Arbeiterwohl“, „rote“ Kapläne, Volksverein, katholische Soziallehre, Innere Mission, Arbeitervereine, rheinischer Kapitalismus, Sozialpolitik in Weimarer Zeit etc.) heute kaum noch Beachtung erfahren. Beachtung findet seit einigen Jahren allenfalls der Gesichtspunkt der Textiltechnik, der mit der Etablierung des Textiltechnikums in der Monfortschen Maschinenbauhalle sichtbar zum Ausdruck gekommen ist. Auch hat sich aus Kreisen des Fachbereichs Textilwesen der Hochschule Niederrhein und der heimischen Textilindustrie der Projektwille gezeigt, die wirtschaftliche und technische Seite der Textilgeschichte wieder an die Oberfläche zu holen und zu einem Zukunftsthema zu machen.

Dennoch legen sie die „gefundene“ Idee Prof. Jungs fast zwingend nahe, der die „Marke“ Mönchengladbach als Kommunikationsdesigner so formuliert: „Soziales Mönchengladbach – Eine Stadt für alle“. Dafür spricht durchaus einiges. Zumal hierdurch nicht nur die soziale Geschichte bzw. Vergangenheit Mönchengladbachs mit der Gegenwart verbunden wird, sondern auch ein für die Mehrheit der Mönchengladbacher gemeinsamer Nenner impliziert ist, der eine Identifikation mit der Stadt Mönchengladbach zumindest ermöglicht. „Soziales Mönchengladbach – Eine Stadt für alle“ integriert und schließt niemanden mehr aus der Stadtgesellschaft aus. Eine starke Botschaft aber nicht allein für den inneren zukünftig zwingend notwendigen Zusammenhalt des immer mehr multikulturellen Mönchengladbachs, sondern auch eine durchaus starke Botschaft nach außen: Von der Wiege der katholischen Soziallehre bis zu einer gewinnbringenden friedvollen Koexistenz des Heterogenen,5 und vielleicht auch mehr.

Download PDF "Soziales Mönchengladbach - Die Stadt für alle


[1] Der Titel entstammt dem Vortrag „STADT.LAGE.KUNST“ Oder: Von der Kunst irgendwie besonders – und deshalb Marke - zu sein, von Prof. Richard Jung, der am 16. Oktober 2018 im Museum Abteiberg, Mönchengladbach gehalten wurde. Siehe auch: https://www.youtube.com/watch?v=zhAKoGMGL_U

[2] Mitscherlich, Alexander: Die Unwirtlichkeit unserer Städte – Anstiftung zum Unfrieden, Frankfurt/M., 1978 14. Auflage (zuerst 1965), S. 15

[3] Rheinische Post vom 1. 11. 2018, Serie: Armut und Ausgrenzung: Angela Rietdorf: Wie Familienarbeit zum Risiko wird © Hans Schürings - Adolf Brochhaus Str. 70 - 41065 Mönchengladbach – Tel. 02161.3030407 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! © Karl Boland – Braunsstrasse 16 - 41063 Mönchengladbach – Tel. 02161.6786730 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

[4] Quelle: Zeit online vom 25. 9. 2018: „In den Augen des neuen Unionsfraktionschefs gilt es in Deutschland vor4 Quelle: Zeit online vom 25. 9. 2018: „In den Augen des neuen Unionsfraktionschefs gilt es in Deutschland vorallem, den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft wieder zu festigen“.

[5] Vgl. Nancy, Jean-Luc: Eine Kultur vergreist, wenn sie sich gegenüber Fremden verschließt, in: Institut für Auslandsbeziehungen e.V., Ronald Grätz, Stuttgart, 2017, S. 22f.

Geschichtswerkstatt Mönchengladbach Stand: 7. November 2018 | Gladbacher Haus der Erinnerung, Hehner Strasse 54, 41069 Mönchengladbach, 1. Etage, Raum 007 | Karl Boland / Hans Schürings

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Vereinsvorstellung Geschichtswerkstatt Mönchengladbach

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Die „Geschichtswerkstatt“ ist ein Zusammenschluss von Personen, die sich bereits seit über 25 Jahren mit der Lokalgeschichte Mönchengladbachs beschäftigen. Hier sind im Laufe der Jahre Ausstellungen, Bücher und Aufsätze entstanden, die sehr unterschiedliche Themen der Stadtgeschichte aufgreifen. So z.B. zuletzt ein Buch über Mönchengladbach und der Erste Weltkrieg, ein Aufsatz über Joseph Beuys und Mönchengladbach, das Problem der Säuglingssterblichkeit bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Geschichte des Karnevals in Rheydt, die Zwangsarbeit von Ausländern während der Zeit des II. Weltkrieges, ein Aufsatz über das „Gladbacher Haus“ und vieles andere.

Die „Geschichtswerkstatt“ fühlt sich einem sozialhistorischen Ansatz unter alltagshistorischer Perspektive verpflichtet. Die Bemühungen gehen dahin, die Wirkung historischer Prozesse auf das Alltagsleben der Menschen zu untersuchen und dies unter Berücksichtigung der Besonderheiten des regionalen Umfeldes.

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