Lettow-Vorbeck-Straße noch immer

Kommentar

Foto: Blick zum Bunten Garten MönchengladbachsDieser Straßenname ist eindeutig eine Angelegenheit, über die der Rat unserer Stadt entscheiden muss.
Straßennamen von Persönlichkeiten sind eine Ehrung. Eine nachträgliche Beurteilung sollte berücksichtigen, werwann und mit welcher Intention diese Ehrung beschlossen hat.
Der Offizier Paul Emil von Lettow-Vorbeck war in den Jahren 1904 – 1906 am Herero-Mord maßgeblich beteiligt, der 2015 von der Bundesregierung als Völkermord eingestuft worden ist. Außerdem hat er als General während des 1.Weltkrieges in Afrika sein rassistisches Morden weiter geführt.
Entscheidend für uns ist jedoch, dass er in der Weimarer Zeit als Zivilist die Nationalsozialisten unterstützt hat und auf deren Veranstaltungen in Uniform aufgetreten und geredet hat. Dafür haben die Nazis ihn nach der Machtübernahme geehrt. Sie haben die Straße, die aus Stadtmitte vorbei am Rosengarten direkt zum SA-Übungsgelände (der heutigen Niederrheinkaserne) führte, nach Lettow-Vorbeck benannt.
Spätestens mit der Verabschiedung unseres Grundgesetzes war diese Namensgebung zu überprüfen. Dieses Straßenschild ist nach unserer Meinung für die Demokraten heute ein Schandfleck in unserer Stadt.

Ferdinand Hoeren (Vorsitzender der Theo-Hespers-Stiftung e.V.)
 
zum Artikel " Die Lettow-Vorbeck-Straße bleibt" >>> www.rp-online.de
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